Lexikon

Heilpflanzen

Wofür eine Pflanze angewendet wird und worauf man dabei achten muss.

Pflanzenheilkunde

Altes Wissen, heute sorgfältig bewertet

Die Pflanzenheilkunde, auch Phytotherapie genannt, gehört zu den ältesten Formen der Medizin. In allen Kulturen haben Menschen beobachtet, welche Pflanzen sie bei welchen Beschwerden anwenden können, und dieses Erfahrungswissen über Generationen weitergegeben.

Überliefertes Wissen

Schon der Papyrus Ebers, eine ägyptische Schriftrolle aus der Zeit um 1550 v. Chr., beschreibt Heilmittel aus Pflanzen. Der griechische Arzt Dioskurides stellte im 1. Jahrhundert n. Chr. fast 600 Pflanzen zusammen, und sein Werk prägte die europäische Arzneikunde über viele Jahrhunderte. Im Mittelalter pflegten die Klöster dieses Wissen, bekannt ist vor allem Hildegard von Bingen im 12. Jahrhundert. Auch in der Traditionellen Chinesischen Medizin und im Ayurveda haben Heilpflanzen ihren festen Platz.

Tradition trifft heutige Bewertung

In der Europäischen Union bewertet heute der Ausschuss für pflanzliche Arzneimittel (HMPC) der Europäischen Arzneimittel-Agentur, wofür Heilpflanzen angewendet werden und worauf dabei zu achten ist. Die lange Erfahrung zählt dabei ausdrücklich: Als traditionelles pflanzliches Arzneimittel kann eine Zubereitung registriert werden, die seit mindestens 30 Jahren medizinisch verwendet wird, davon mindestens 15 Jahre in der EU. Die Monographien des Ausschusses sind die Grundlage dieses Lexikons.

So werden Heilpflanzen angewendet

  • Tee und AufgussDie bekannteste Form: Blüten, Blätter oder Wurzeln werden mit heißem Wasser übergossen, etwa bei Kamille oder Pfefferminze.

  • Tinkturen und ExtraktePflanzenauszüge mit Wasser oder Alkohol, als Tropfen, Tabletten oder Kapseln, etwa bei Baldrian oder Efeu.

  • Salben, Umschläge und BäderZur Anwendung auf der Haut, etwa mit Ringelblume oder Arnika.

  • Inhalieren und GurgelnFür Atemwege, Mund und Rachen, etwa mit Kamille oder Salbei.

Auch pflanzliche Arzneimittel können Nebenwirkungen und Wechselwirkungen haben. Deshalb stehen bei jeder Pflanze die Sicherheitshinweise.

  • Aus der EU-MonographieAnwendungsgebiete, wie sie der Ausschuss für pflanzliche Arzneimittel der Europäischen Arzneimittel-Agentur festlegt.

  • Sicherheit auf einen BlickGegenanzeigen, Warnhinweise und Wechselwirkungen bei jeder Pflanze.

  • Schnell gefundenNach Pflanzenname oder Beschwerde suchen, zum Beispiel „Husten“ oder „Schlaf“.

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