Allium sativum L.
- Pflanzenfamilie
- Korbblütler (Asteraceae)
- Anwendung
- Zum EinnehmenZum InhalierenIm Mund- und RachenraumAuf der Haut
- Auch bekannt als
- Matricaria chamomilla L., Chamomilla recutita (L.) Rauschert
Foto (Ausschnitt): DimiTalen,CC0 1.0, via Wikimedia Commons
Anwendungsgebiete
Wofür die Pflanze laut EU-Monographie angewendet wird
Magen & Darm
Zur Linderung leichter Magen-Darm-Beschwerden wie Blähungen und leichter Krämpfe
Husten & Erkältung
Zur Linderung von Erkältungsbeschwerden
Mund & Rachen
Zur Behandlung leichter Geschwüre und Entzündungen in Mund und Rachen
Haut
Zur unterstützenden Behandlung von Reizungen der Haut und Schleimhaut im Anal- und Genitalbereich, nachdem ernste Erkrankungen ärztlich ausgeschlossen wurden
Haut
Zur Behandlung leichter Hautentzündungen wie Sonnenbrand, oberflächlicher Wunden und kleiner Furunkel
Wichtige Inhaltsstoffe
Laut Bewertungsbericht des HMPC
- Blüten: ätherisches Öl mit Proazulenen wie Matricin
- Blüten: Flavonoide wie Apigenin-7-glucosid, Apigenin und Luteolin
- Blüten: Cumarine wie Herniarin und Umbelliferon
- Blüten: Schleimstoffe und Polysaccharide
- Öl: Chamazulen, das bei der Wasserdampfdestillation aus Matricin entsteht, außerdem (−)-α-Bisabolol, Bisabololoxide und trans-β-Farnesen
Sicherheitshinweise
Vor der Anwendung wichtig zu wissen
- Gegenanzeigen
- Überempfindlichkeit gegen Kamille oder andere Korbblütler (Asteraceae).
- Teil-, Sitz- und Vollbäder: nicht bei offenen Wunden, größeren Hautverletzungen, akuten Hauterkrankungen, hohem Fieber oder schweren Infektionen. Vollbäder zusätzlich nicht bei schweren Kreislaufstörungen oder Herzschwäche.
- Warnhinweise
Bestehen die Beschwerden länger als eine Woche oder verschlechtern sie sich während der Anwendung, ärztlichen Rat einholen.
- Wechselwirkungen
- Einnahme: Nach einer Nierentransplantation sind bei Einnahme großer Mengen über längere Zeit (etwa zwei Monate) Wechselwirkungen über das Enzymsystem Cytochrom P450 möglich.
- Anwendung auf Haut und Schleimhaut, zum Inhalieren oder als Badezusatz: Laut Monographie keine bekannt.
- Mögliche Nebenwirkungen
Überempfindlichkeitsreaktionen bis hin zu schweren allergischen Reaktionen mit Atemnot, Quincke-Ödem (plötzliche Schwellung von Haut und Schleimhaut), Kreislaufkollaps und anaphylaktischem Schock nach Schleimhautkontakt mit flüssigen Kamillenzubereitungen. Die Häufigkeit ist nicht bekannt.
- Schwangerschaft und Stillzeit
Getrocknete Kamillenblüten, etwa als Tee oder Aufguss, gelten in Schwangerschaft und Stillzeit als sicher. Kamillenzubereitungen für die Haut vor dem Stillen von der Brustwarze entfernen, damit das Kind nicht sensibilisiert wird. Extrakte und Kamillenöl werden in Schwangerschaft und Stillzeit vorsorglich nicht empfohlen.
- Kinder und Jugendliche
Kamillentee zum Einnehmen ist ab 6 Monaten vorgesehen, jüngeren Säuglingen wegen ihrer Ernährung und Flüssigkeitszufuhr nicht. Dampfinhalation mit Kamillenblüten ab 6 Jahren; Aufgüsse zum Gurgeln oder für die Haut ab 12 Jahren. Bei Extrakten, Salben und Badezusätzen hängt die Altersgrenze vom Arzneimittel ab: einzelne für die Haut ab 4 Wochen, einzelne zum Einnehmen oder Gurgeln ab 6 Jahren, die meisten ab 12 Jahren. Kamillenöl als Badezusatz wird unter 12 Jahren nicht empfohlen.
Quellen
- European Union herbal monograph on Matricaria recutita L., flos (EMA/HMPC/55843/2011) (2015)
- European Union herbal monograph on Matricaria recutita L., aetheroleum (EMA/HMPC/278814/2010) (2015)
- Assessment report on Matricaria recutita L., flos and Matricaria recutita L., aetheroleum (EMA/HMPC/55837/2011) (2015)
Stand der Recherche: Ärztlich geprüft:




