Knoblauchknolle, aufgebrochene Knolle und zwei Zehen, eine davon geschält
Heilpflanzen-Lexikon

Knoblauch

Allium sativum L.

Knoblauch gehört zu den Amaryllisgewächsen. Arzneilich genutzt wird die Zwiebel, als Pulver, öliger Auszug oder Trockenextrakt in fester Arzneiform, etwa Tabletten oder Kapseln.

Pflanzenfamilie
Amaryllisgewächse (Amaryllidaceae)
Anwendung
Zum Einnehmen

Foto (Ausschnitt): Ivar Leidus,CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Anwendungsgebiete

Wofür die Pflanze laut EU-Monographie angewendet wird

  • Herz & Gefäße

    Zur unterstützenden Vorbeugung von Arteriosklerose (Gefäßverkalkung)

    • Zum EinnehmenKnoblauchpulver, öliger Auszug aus frischer Knoblauchzwiebel, jeweils in fester Arzneiform
  • Husten & Erkältung

    Zur Linderung von Erkältungsbeschwerden

    • Zum EinnehmenTrockenextrakt in fester Arzneiform

Wichtige Inhaltsstoffe

Laut Bewertungsbericht des HMPC

  • Schwefelverbindungen wie Alliin, aus dem beim Zerkleinern durch das Enzym Alliinase Allicin entsteht
  • Weitere Schwefelverbindungen, je nach Verarbeitung, etwa Ajoene, Vinyldithiine und Diallylsulfide
  • Eiweiße und Enzyme wie Alliinase
  • Saponine wie Erubosid B
  • Flavonoide wie Quercetin und Apigenin

Sicherheitshinweise

Vor der Anwendung wichtig zu wissen

Gegenanzeigen
  • Überempfindlichkeit gegen Knoblauch.
  • Gleichzeitige Behandlung mit den HIV-Mitteln Saquinavir und Ritonavir.
Warnhinweise
  • Sieben Tage vor einer Operation auf Knoblauch verzichten, weil sonst das Risiko für Nachblutungen steigt.
  • Erkältungsbeschwerden: Bestehen sie länger als eine Woche oder verschlechtern sie sich während der Anwendung, ärztlichen Rat einholen.
Wechselwirkungen
  • Gerinnungshemmer zum Einnehmen und Thrombozytenaggregationshemmer (Mittel, die das Verklumpen der Blutplättchen hemmen): mit Vorsicht kombinieren, weil Knoblauch die Blutungszeit verlängern kann.
  • Saquinavir mit Ritonavir (HIV-Therapie): Die Kombination ist ausgeschlossen. Der Blutspiegel der HIV-Mittel kann sinken, die Therapie kann ihre Wirkung verlieren, und das Virus kann Resistenzen entwickeln.
Mögliche Nebenwirkungen
  • Unangenehmer Mund- oder Körpergeruch, Bauchschmerzen, Blähbauch, Blähungen, Völlegefühl und Appetitlosigkeit.
  • Allergische Reaktionen wie Kontaktekzem, Bindehautentzündung, Schnupfen oder Verkrampfung der Bronchien, teils schwer.
  • Kopfschmerzen, Schwindel und starkes Schwitzen.
  • Blutungen.
  • Die Häufigkeit ist jeweils nicht bekannt.
Schwangerschaft und Stillzeit

In Schwangerschaft und Stillzeit wird die Anwendung vorsorglich nicht empfohlen. Eine Beeinträchtigung der Fruchtbarkeit ist nicht ausgeschlossen.

Kinder und Jugendliche

Zur Vorbeugung von Arteriosklerose wird Knoblauch unter 18 Jahren nicht empfohlen, bei Erkältungsbeschwerden unter 12 Jahren.

Quellen

Stand der Recherche: Ärztlich geprüft:

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