Rosa Blüte des Purpur-Sonnenhuts mit orangebraunem Blütenkorb
Heilpflanzen-Lexikon

Sonnenhut

Echinacea purpurea (L.) Moench, Echinacea pallida (Nutt.) Nutt., Echinacea angustifolia DC.

Unter dem Namen Sonnenhut oder Echinacea werden drei Arten seit Langem arzneilich angewendet. Die EU-Monographien beschreiben das frische Kraut und die Wurzel des Purpur-Sonnenhuts sowie die Wurzeln des Blassen und des Schmalblättrigen Sonnenhuts.

Pflanzenfamilie
Korbblütler (Asteraceae)
Anwendung
Zum EinnehmenAuf der HautIm Mund- und Rachenraum
Auch bekannt als
Echinacea, Purpur-Sonnenhut, Blasser Sonnenhut, Schmalblättriger Sonnenhut

Foto (Ausschnitt): Krzysztof Golik,CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Anwendungsgebiete

Wofür die Pflanze laut EU-Monographie angewendet wird

  • Husten & Erkältung

    Zur kurzzeitigen Vorbeugung und Behandlung von Erkältungen

    • Zum EinnehmenPresssaft oder getrockneter Presssaft aus frischem Purpur-Sonnenhutkraut in flüssigen oder festen Arzneiformen
  • Haut

    Zur Behandlung kleiner oberflächlicher Wunden

    • Auf der HautPresssaft oder getrockneter Presssaft aus frischem Purpur-Sonnenhutkraut in Salben oder flüssigen Zubereitungen
  • Husten & Erkältung

    Zur Linderung von Erkältungsbeschwerden

    • Zum EinnehmenTrockenextrakt aus der Purpur-Sonnenhutwurzel; Trockenextrakt oder Tinktur aus der Wurzel des Blassen Sonnenhuts
    • Im Mund- und RachenraumTrockenextrakt aus der Purpur-Sonnenhutwurzel oder der Wurzel des Blassen Sonnenhuts in Arzneiformen zur Anwendung im Mund
  • Husten & Erkältung

    Zur unterstützenden Behandlung von Erkältungen

    • Zum EinnehmenWurzel des Schmalblättrigen Sonnenhuts: Tee als Aufguss oder Abkochung, gepulverte Wurzel, Tinktur, Flüssigextrakt
  • Haut

    Zur Linderung von Pickeln und Hautunreinheiten bei leichter Akne

    • Zum EinnehmenWässriger Trockenextrakt aus der Purpur-Sonnenhutwurzel

Wichtige Inhaltsstoffe

Laut Bewertungsbericht des HMPC

  • Kaffeesäureabkömmlinge: im Purpur-Sonnenhut vor allem Cichoriensäure und Caftarsäure, in den Wurzeln des Blassen und des Schmalblättrigen Sonnenhuts vor allem Echinacosid
  • Alkamide (Isobutylamide ungesättigter Fettsäuren) im Purpur-Sonnenhut und in der Wurzel des Schmalblättrigen Sonnenhuts; in der Wurzel des Blassen Sonnenhuts fehlen sie weitgehend
  • Polysaccharide, in den Wurzeln auch Glykoproteine
  • Ätherisches Öl

Sicherheitshinweise

Vor der Anwendung wichtig zu wissen

Gegenanzeigen

Überempfindlichkeit gegen Sonnenhut oder andere Korbblütler (Asteraceae).

Warnhinweise
  • Zum Einnehmen und zur Anwendung im Mund: nicht empfohlen bei fortschreitenden Systemerkrankungen, Autoimmunerkrankungen, Immunschwäche, unterdrückter Immunabwehr (Immunsuppression) und Erkrankungen der weißen Blutkörperchen. Für die Wurzel des Schmalblättrigen Sonnenhuts nennt die Monographie als Beispiele Tuberkulose, Kollagenosen (entzündliche Bindegewebserkrankungen), multiple Sklerose, AIDS und HIV-Infektionen.
  • Zum Einnehmen und zur Anwendung im Mund: Bei atopischer Veranlagung, also einer Neigung zu allergischen Erkrankungen, sind schwere Überempfindlichkeitsreaktionen bis zur Anaphylaxie (lebensbedrohliche allergische Reaktion) möglich; vor der Anwendung ärztlichen Rat einholen. Für die Wurzelzubereitungen gilt das auch bei allergischer Empfindlichkeit.
  • Zum Einnehmen und zur Anwendung im Mund: Verschlechtern sich die Beschwerden oder tritt hohes Fieber auf, ärztlichen Rat einholen.
  • Kraut-Presssaft zum Einnehmen: nicht länger als 10 Tage anwenden, auch nicht zur Vorbeugung.
  • Erkältung: Halten die Beschwerden länger als 10 Tage an, ärztlichen Rat einholen.
  • Purpur-Sonnenhutwurzel bei Akne: Halten die Beschwerden länger als 2 Wochen an, ärztlichen Rat einholen.
  • Kraut-Presssaft auf der Haut: nicht länger als eine Woche anwenden. Bei Zeichen einer Hautinfektion oder anhaltenden Beschwerden ärztlichen Rat einholen.
Wechselwirkungen

Laut Monographie keine bekannt.

Mögliche Nebenwirkungen
  • Kraut-Presssaft zum Einnehmen: Überempfindlichkeitsreaktionen wie Hautausschlag, Nesselsucht, Juckreiz und Schwellung des Gesichts. Auch schwere Überempfindlichkeitsreaktionen sind möglich: Stevens-Johnson-Syndrom (schwere Reaktion von Haut und Schleimhäuten), Angioödem (Quincke-Ödem), Verkrampfung der Bronchien mit Verengung der Atemwege, Asthma und anaphylaktischer Schock. Häufigkeit nicht bekannt.
  • Kraut-Presssaft zum Einnehmen: Bei atopischer Veranlagung kann Sonnenhut allergische Reaktionen auslösen. Ein Zusammenhang mit Autoimmunerkrankungen ist nicht auszuschließen.
  • Kraut-Presssaft auf der Haut: Überempfindlichkeitsreaktionen wie örtlicher Hautausschlag, Kontaktdermatitis, Ekzem und Schwellung der Lippen (Angioödem). Häufigkeit nicht bekannt.
  • Wurzelzubereitungen aller drei Arten: Überempfindlichkeitsreaktionen der Haut. Häufigkeit nicht bekannt.
Schwangerschaft und Stillzeit

Kraut-Presssaft zum Einnehmen: Die Unbedenklichkeit in Schwangerschaft und Stillzeit ist nicht ausreichend gesichert; ohne ärztlichen Rat wird die Anwendung nicht empfohlen. Kraut-Presssaft auf der Haut: Die Unbedenklichkeit ist nicht gesichert; nicht an der Brust stillender Frauen anwenden. Wurzelzubereitungen: Die Anwendung wird nicht empfohlen, weil die Unbedenklichkeit nicht gesichert ist. Auswirkungen auf die Fruchtbarkeit sind nicht bekannt.

Kinder und Jugendliche

Für Kinder unter 12 Jahren wird keine der Zubereitungen empfohlen, weil die Unbedenklichkeit in diesem Alter nicht ausreichend gesichert ist.

Quellen

Stand der Recherche: Ärztlich geprüft:

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