Weiße Blüten der Rosskastanie mit gelben und rosa Saftmalen zwischen gefingerten Blättern
Heilpflanzen-Lexikon

Rosskastanie

Aesculus hippocastanum L.

Die Rosskastanie (Aesculus hippocastanum) ist ein Baum aus der Familie der Seifenbaumgewächse. Ihre Samen und ihre Rinde werden seit Langem arzneilich angewendet; für beide gibt es eigene EU-Monographien.

Pflanzenfamilie
Seifenbaumgewächse (Sapindaceae)
Anwendung
Zum EinnehmenAuf der Haut
Auch bekannt als
Rosskastaniensamen, Rosskastanienrinde

Foto (Ausschnitt): T. Kebert,CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Anwendungsgebiete

Wofür die Pflanze laut EU-Monographie angewendet wird

  • Venen & Durchblutung

    Zur Behandlung der chronischen Veneninsuffizienz (Venenschwäche der Beine) mit geschwollenen Beinen, Krampfadern, Schweregefühl, Schmerzen, Müdigkeit, Juckreiz, Spannungsgefühl und Wadenkrämpfen

    • Zum EinnehmenStandardisierter Trockenextrakt aus den Samen in Arzneiformen zum Einnehmen, auch mit veränderter Wirkstofffreisetzung
  • Venen & Durchblutung

    Zur Linderung von Beschwerden und Schweregefühl in den Beinen bei leichten venösen Durchblutungsstörungen

    • Zum EinnehmenSamen: Flüssig- oder Trockenextrakt in festen oder flüssigen Arzneiformen; Rinde: gepulverte Rinde oder wässriger Trockenextrakt in festen Arzneiformen
    • Auf der HautSamen: Extrakte in Salben und anderen halbfesten Zubereitungen
  • Gelenke & Muskeln

    Zur Linderung der Anzeichen von Prellungen wie örtlicher Schwellung und Bluterguss

    • Auf der HautSamen: Extrakte in Salben und anderen halbfesten Zubereitungen
  • Venen & Durchblutung

    Zur Linderung von Juckreiz und Brennen bei Hämorrhoiden, nachdem ernste Erkrankungen ärztlich ausgeschlossen wurden

    • Zum EinnehmenRinde: gepulverte Rinde oder wässriger Trockenextrakt in festen Arzneiformen

Wichtige Inhaltsstoffe

Laut Bewertungsbericht des HMPC

  • Samen: Triterpensaponine (Aescin)
  • Samen: Flavonoide (Glykoside von Quercetin und Kaempferol), außerdem Sterine und Stärke
  • Rinde: Cumarine wie Aesculin und Fraxin
  • Rinde: Gerbstoffe, darunter Ellagitannine, und Catechine wie Epicatechin
  • Rinde: Flavonoide wie Quercitrin und Quercetin

Sicherheitshinweise

Vor der Anwendung wichtig zu wissen

Gegenanzeigen

Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff (Samen- oder Rindenzubereitung).

Warnhinweise
  • Samen bei Venenschwäche oder Beinbeschwerden: Bei Hautentzündung, Venenentzündung (Thrombophlebitis), Verhärtungen unter der Haut, starken Schmerzen, Geschwüren, plötzlicher Schwellung eines oder beider Beine sowie bei Herz- oder Nierenschwäche ärztlichen Rat einholen.
  • Rinde bei Beinbeschwerden: Bei Hautentzündung, Venenentzündung (Thrombophlebitis), Krampfadern, Verhärtungen unter der Haut, Geschwüren, plötzlicher Schwellung eines oder beider Beine sowie bei Herz- oder Nierenschwäche ärztlichen Rat einholen.
  • Rinde bei Hämorrhoiden: Bei Blutungen aus dem Enddarm ärztlichen Rat einholen.
  • Samen: Verschlechtern sich die Beschwerden oder treten Zeichen einer Hautinfektion auf, ärztlichen oder pharmazeutischen Rat einholen.
  • Samen auf der Haut: nicht auf verletzter Haut, um die Augen oder auf Schleimhäuten anwenden.
  • Chronische Veneninsuffizienz: Bis zu einer Besserung kann eine Behandlung über mindestens 4 Wochen nötig sein. Eine Langzeitanwendung ist in Absprache mit einem Arzt möglich.
  • Beinbeschwerden (Samen und Rinde) und Hämorrhoiden: Halten die Beschwerden länger als 2 Wochen an, ärztlichen Rat einholen.
  • Prellungen: Halten die Beschwerden länger als 5 Tage an, ärztlichen Rat einholen.
Wechselwirkungen

Laut Monographie keine bekannt.

Mögliche Nebenwirkungen
  • Samen, zum Einnehmen: Magen-Darm-Beschwerden, Kopfschmerzen, Schwindel, Juckreiz und allergische Reaktionen. Häufigkeit nicht bekannt.
  • Samen, auf der Haut: Überempfindlichkeitsreaktionen mit Juckreiz und Rötung. Häufigkeit nicht bekannt.
  • Rinde: Laut Monographie keine bekannt.
Schwangerschaft und Stillzeit

In Schwangerschaft und Stillzeit wird die Anwendung von Samen und Rinde nicht empfohlen, weil die Unbedenklichkeit nicht gesichert ist. Auswirkungen auf die Fruchtbarkeit sind nicht bekannt.

Kinder und Jugendliche

Samen bei Venenschwäche oder Beinbeschwerden sowie Rinde: für Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren nicht empfohlen. Samen bei Prellungen: für Kinder unter 12 Jahren nicht empfohlen.

Quellen

Stand der Recherche: Ärztlich geprüft:

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