Blauviolette Blütenähren des Mönchspfeffers mit fingerförmigen Blättern
Heilpflanzen-Lexikon

Mönchspfeffer

Vitex agnus-castus L.

Mönchspfeffer (Vitex agnus-castus) ist ein Lippenblütler. Verwendet werden seine Früchte, als Pulver, Tinktur oder Trockenextrakt.

Pflanzenfamilie
Lippenblütler (Lamiaceae)
Anwendung
Zum Einnehmen
Auch bekannt als
Mönchspfefferfrüchte, Agnus castus

Foto (Ausschnitt): Josep Gesti,CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Anwendungsgebiete

Wofür die Pflanze laut EU-Monographie angewendet wird

  • Zyklus & Wechseljahre

    Zur Behandlung des prämenstruellen Syndroms

    • Zum EinnehmenEin genau festgelegter Trockenextrakt in fester Darreichungsform
  • Zyklus & Wechseljahre

    Zur Linderung leichter Beschwerden in den Tagen vor der Menstruation (prämenstruelles Syndrom)

    • Zum EinnehmenPulver, Tinktur, weitere Trockenextrakte in festen oder flüssigen Darreichungsformen

Wichtige Inhaltsstoffe

Laut Bewertungsbericht des HMPC

  • Flavonoide wie Casticin, Vitexin und Apigenin
  • Diterpene wie Rotundifuran
  • Ätherisches Öl
  • Fettsäuren wie Linolsäure

Sicherheitshinweise

Vor der Anwendung wichtig zu wissen

Gegenanzeigen

Überempfindlichkeit gegen Mönchspfefferfrüchte

Warnhinweise
  • Wer an einem östrogenempfindlichen Krebs erkrankt ist oder war, sollte vor der Anwendung ärztlichen Rat einholen.
  • Wer Arzneimittel anwendet, die wie der Botenstoff Dopamin wirken oder ihn hemmen (Dopaminagonisten oder -antagonisten), oder Östrogene oder Antiöstrogene, sollte vor der Anwendung ärztlichen Rat einholen.
  • Mönchspfeffer wirkt vermutlich auf das Zusammenspiel von Hirnanhangsdrüse und Hypothalamus. Wer eine Erkrankung der Hirnanhangsdrüse hat oder hatte, sollte vor der Anwendung ärztlichen Rat einholen.
  • Bei Tumoren der Hirnanhangsdrüse, die das Hormon Prolaktin bilden, kann Mönchspfeffer die Anzeichen des Tumors verdecken.
  • Verschlimmern sich die Beschwerden, ärztlichen, pharmazeutischen oder anderen fachkundigen medizinischen Rat einholen.
  • Bestehen die Beschwerden nach drei Monaten fortlaufender Anwendung weiter, ärztlichen oder anderen fachkundigen medizinischen Rat einholen.
Wechselwirkungen

Laut Monographie keine bekannt. Wegen möglicher Wirkungen auf Dopamin und Östrogen sind Wechselwirkungen mit Dopaminagonisten, Dopaminantagonisten, Östrogenen und Antiöstrogenen jedoch nicht auszuschließen.

Mögliche Nebenwirkungen
  • Schwere allergische Reaktionen mit Schwellung des Gesichts, Atemnot und Schluckbeschwerden
  • Allergische Hautreaktionen wie Ausschlag und Nesselsucht; Akne
  • Kopfschmerzen, Schwindel
  • Übelkeit, Bauchschmerzen
  • Menstruationsstörungen
  • Die Häufigkeit ist jeweils nicht bekannt.
Schwangerschaft und Stillzeit

Für die Schwangerschaft ist kein Anwendungsgebiet vorgesehen; die Anwendung wird nicht empfohlen, weil die Unbedenklichkeit nicht gesichert ist. Auch in der Stillzeit wird die Anwendung nicht empfohlen: Mönchspfeffer kann die Milchbildung beeinflussen, und ein Risiko für den gestillten Säugling ist nicht auszuschließen. Ob Bestandteile in die Muttermilch übergehen, ist nicht bekannt. Auswirkungen auf die Fruchtbarkeit sind nicht bekannt.

Kinder und Jugendliche

Für erwachsene Frauen. Vor der Pubertät gibt es kein Anwendungsgebiet. Für Kinder in der Pubertät und Jugendliche unter 18 Jahren nicht empfohlen, weil die Unbedenklichkeit in diesem Alter nicht gesichert ist.

Quellen

Stand der Recherche: Ärztlich geprüft:

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