Calendula officinalis L.
- Pflanzenfamilie
- Lippenblütler (Lamiaceae)
- Anwendung
- Zum EinnehmenAuf der HautZum InhalierenIm Mund- und Rachenraum
- Auch bekannt als
- Pfefferminzblätter, Pfefferminzöl, Mentha piperita L.
Foto (Ausschnitt): Kızıl,CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons
Anwendungsgebiete
Wofür die Pflanze laut EU-Monographie angewendet wird
Magen & Darm
Zur Linderung von Verdauungsbeschwerden wie Verdauungsstörungen (Dyspepsie) und Blähungen
Magen & Darm
Zur Linderung leichter Krämpfe im Magen-Darm-Trakt, von Blähungen und Bauchschmerzen, besonders bei Reizdarmsyndrom
Kopfschmerzen
Zur Linderung leichter Spannungskopfschmerzen
Husten & Erkältung
Zur Linderung von Beschwerden bei Husten und Erkältung
Gelenke & Muskeln
Zur Linderung örtlich begrenzter Muskelschmerzen
Haut
Zur Linderung von örtlich begrenztem Juckreiz bei intakter Haut
Wichtige Inhaltsstoffe
Laut Bewertungsbericht des HMPC
- Blätter: ätherisches Öl mit Menthol und Menthon
- Blätter: Flavonoide wie Eriocitrin, Luteolin-7-rutinosid und Hesperidin
- Blätter: Phenolcarbonsäuren wie Rosmarinsäure
- Öl: Menthol und Menthon, außerdem Menthylacetat, Isomenthon, Cineol und Menthofuran
Sicherheitshinweise
Vor der Anwendung wichtig zu wissen
- Gegenanzeigen
- Überempfindlichkeit gegen Pfefferminzblätter, Pfefferminzöl oder Menthol
- Öl bei Magen-Darm-Beschwerden: Lebererkrankungen, Entzündung der Gallenwege (Cholangitis), fehlende Magensäure (Achlorhydrie), Gallensteine und andere Erkrankungen der Gallenwege
- Öl bei Husten, Erkältung, Muskelschmerzen oder Juckreiz: Kinder unter 2 Jahren, weil Menthol einen reflexartigen Atemstillstand und einen Krampf des Kehlkopfs auslösen kann; Kinder, die schon einmal Krampfanfälle hatten, mit oder ohne Fieber
- Warnhinweise
- Blätter: Bei Rückfluss von Magensäure in die Speiseröhre (Refluxkrankheit, Sodbrennen) Zubereitungen aus Pfefferminzblättern meiden, weil das Sodbrennen zunehmen kann.
- Blätter sowie Öl in Lutschtabletten oder Mundspray: Bei Gallensteinen oder anderen Erkrankungen der Gallenwege mit Vorsicht anwenden.
- Öl in Lutschtabletten oder Mundspray: Vorsicht bei Entzündungen und Geschwüren im Magen-Darm-Trakt.
- Öl bei Magen-Darm-Beschwerden: Die magensaftresistenten Darreichungsformen im Ganzen schlucken, nicht zerbrechen oder zerkauen. Sonst wird das Öl zu früh freigesetzt und kann Mund und Speiseröhre reizen.
- Öl bei Magen-Darm-Beschwerden sowie in Lutschtabletten oder Mundspray: Bei bestehendem Sodbrennen oder Zwerchfellbruch (Hiatushernie) kann sich das Sodbrennen verstärken; dann die Anwendung beenden.
- Öl bei Magen-Darm-Beschwerden: Bei anhaltenden Beschwerden höchstens drei Monate je Anwendungszeitraum einnehmen.
- Öl bei Muskelschmerzen oder Juckreiz: nicht länger als zwei Wochen ununterbrochen anwenden.
- Öl auf der Haut: Nach dem Auftragen nicht mit ungewaschenen Händen an die Augen fassen, das kann reizen.
- Öl auf der Haut bei Husten, Erkältung, Muskelschmerzen oder Juckreiz: nicht auf verletzte oder gereizte Haut auftragen.
- Öl: Während der Anwendung keine weiteren Arzneimittel mit Pfefferminzöl verwenden.
- Verschlimmern sich die Beschwerden, ärztlichen, pharmazeutischen oder anderen fachkundigen medizinischen Rat einholen. Das gilt auch, wenn die Beschwerden länger als zwei Wochen anhalten (Blätter; Öl bei Husten, Erkältung, Muskelschmerzen oder Juckreiz) oder beim Spannungskopfschmerz fortbestehen.
- Wechselwirkungen
- Öl bei Magen-Darm-Beschwerden: Gleichzeitig eingenommene Nahrung oder säurebindende Mittel (Antazida) können den Kapselinhalt zu früh freisetzen. Andere Mittel, die die Magensäure verringern, etwa H2-Blocker und Protonenpumpenhemmer, können den magensaftresistenten Überzug vorzeitig auflösen und sollten gemieden werden.
- Blätter und übrige Anwendungen des Öls: Laut Monographie keine bekannt.
- Mögliche Nebenwirkungen
- Blätter: Rückfluss von Magensäure und Sodbrennen können zunehmen; Häufigkeit nicht bekannt.
- Öl bei Magen-Darm-Beschwerden: häufig Sodbrennen, Brennen am After, verschwommenes Sehen, Mundtrockenheit, Übelkeit und Erbrechen. Außerdem nach Menthol riechender Urin und Stuhl, Schmerzen beim Wasserlassen und Entzündung der Eichel; Häufigkeit nicht bekannt.
- Öl zum Einnehmen, in Lutschtabletten oder Mundspray: allergische Reaktionen auf Menthol mit Kopfschmerzen, verlangsamtem Herzschlag, Muskelzittern, Störungen der Bewegungskoordination (Ataxie), anaphylaktischem Schock und gerötetem Hautausschlag; bei Lutschtabletten und Mundspray auch Kontaktallergie der Schleimhaut. Häufigkeit nicht bekannt.
- Öl zum Inhalieren: bei Überempfindlichkeit Atemstillstand sowie Verengung der Bronchien und des Kehlkopfs; Häufigkeit nicht bekannt.
- Öl auf der Haut: Überempfindlichkeitsreaktionen wie Hautausschlag, Kontaktdermatitis und Augenreizung, meist leicht und vorübergehend; bei Husten, Erkältung, Muskelschmerzen oder Juckreiz auch Reizung der Haut und der Nasenschleimhaut. Häufigkeit nicht bekannt.
- Schwangerschaft und Stillzeit
In Schwangerschaft und Stillzeit wird die Anwendung von Blättern und Öl nicht empfohlen, weil die Unbedenklichkeit nicht gesichert ist. Ausnahme beim Öl bei Spannungskopfschmerz: wenn ärztlich der Nutzen höher eingeschätzt wird als das mögliche Risiko. Ob Bestandteile des Öls in die Muttermilch übergehen, ist nicht bekannt. Auswirkungen auf die Fruchtbarkeit sind nicht bekannt.
- Kinder und Jugendliche
Blätter: ab 4 Jahren, die Tinktur für Erwachsene. Öl bei Magen-Darm-Beschwerden: ab 8 Jahren. Öl bei Spannungskopfschmerz: ab 18 Jahren. Öl bei Husten und Erkältung zum Inhalieren, in Lutschtabletten, Mundspray oder Nasensalbe: ab 12 Jahren. Öl auf der Haut bei Husten, Erkältung, Muskelschmerzen oder Juckreiz: ab 4 Jahren. Für jüngere Kinder wird die jeweilige Anwendung nicht empfohlen, da die Sicherheit nicht nachgewiesen ist. Unter 2 Jahren darf das Öl bei Husten, Erkältung, Muskelschmerzen oder Juckreiz in keiner Form angewendet werden.
Quellen
- European Union herbal monograph on Mentha x piperita L., folium – Revision 1 (EMA/HMPC/572705/2014) (2020)
- European Union herbal monograph on Mentha x piperita L., aetheroleum – Revision 1 (EMA/HMPC/522410/2013) (2020)
- Assessment report on Mentha x piperita L., folium and aetheroleum – Revision 1 (EMA/HMPC/522409/2013) (2020)
Stand der Recherche: Ärztlich geprüft:




