Fächerförmige grüne Ginkgoblätter vor blauem Himmel
Heilpflanzen-Lexikon

Ginkgo

Ginkgo biloba L.

Ginkgo (Ginkgo biloba L.) ist ein Baum aus der Familie der Ginkgogewächse, dessen Blätter seit Langem arzneilich genutzt werden. Verwendet werden sie in zwei Formen: als gereinigter, eingestellter Trockenextrakt und als gemahlene Blätter (Blattpulver). Anwendungsgebiete und Hinweise unterscheiden sich je nach Form.

Pflanzenfamilie
Ginkgogewächse (Ginkgoaceae)
Anwendung
Zum Einnehmen

Foto (Ausschnitt): Fernando Losada Rodríguez,CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Anwendungsgebiete

Wofür die Pflanze laut EU-Monographie angewendet wird

  • Gedächtnis

    Zur Verbesserung einer (altersbedingten) Beeinträchtigung der geistigen Leistungsfähigkeit und der Lebensqualität bei leichter Demenz

    • Zum EinnehmenAus den Blättern: gereinigter, eingestellter Trockenextrakt in flüssigen oder festen Darreichungsformen zum Einnehmen
  • Venen & Durchblutung

    Zur Linderung von Schweregefühl in den Beinen und Kältegefühl in Händen und Füßen bei leichten Durchblutungsstörungen, nachdem ernste Erkrankungen ärztlich ausgeschlossen wurden

    • Zum EinnehmenPulverisierte Blätter in festen Darreichungsformen zum Einnehmen

Wichtige Inhaltsstoffe

Laut Bewertungsbericht des HMPC

  • Terpenlactone (Ginkgolide A, B, C und J sowie Bilobalid)
  • Flavonoide, vor allem Flavonole wie Quercetin, Kaempferol und Isorhamnetin, außerdem Biflavone
  • Alkylphenole wie Ginkgolsäuren
  • Phytosterole, Carotinoide und Polyprenole
  • Gereinigter Trockenextrakt: eingestellt auf Flavonglykoside und Terpenlactone, Ginkgolsäuren weitgehend entfernt

Sicherheitshinweise

Vor der Anwendung wichtig zu wissen

Gegenanzeigen
  • Überempfindlichkeit gegen Ginkgo
  • Extrakt: Schwangerschaft
Warnhinweise
  • Verschlimmern sich die Beschwerden während der Anwendung, einen Arzt oder Apotheker fragen.
  • Extrakt: Bessern sich die Beschwerden nach 3 Monaten nicht oder verstärken sich krankhafte Beschwerden, soll ärztlich geprüft werden, ob die Behandlung fortgesetzt wird.
  • Extrakt: Bei krankhaft erhöhter Blutungsneigung (hämorrhagische Diathese) und bei gleichzeitiger Behandlung mit Gerinnungshemmern oder Thrombozytenaggregationshemmern erst nach ärztlicher Rücksprache anwenden.
  • Extrakt: Ginkgo kann die Blutungsneigung erhöhen. Vor Operationen vorsorglich 3 bis 4 Tage vorher absetzen.
  • Extrakt: Bei Epilepsie ist nicht auszuschließen, dass Ginkgo weitere Krampfanfälle begünstigt.
  • Blattpulver: Bestehen die Beschwerden länger als 2 Wochen, einen Arzt oder eine qualifizierte Gesundheitsfachperson fragen.
Wechselwirkungen
  • Extrakt: Die Wirkung von Gerinnungshemmern (zum Beispiel Phenprocoumon, Warfarin) und Thrombozytenaggregationshemmern (zum Beispiel Clopidogrel, Acetylsalicylsäure und andere nichtsteroidale Antirheumatika) kann beeinflusst werden. Sorgfältige Kontrolle wird empfohlen, wenn Ginkgo begonnen, anders dosiert oder beendet oder das Präparat gewechselt wird.
  • Extrakt: Ginkgo kann im Darm das Transporteiweiß P-Glykoprotein hemmen und dadurch die Konzentration von Arzneimitteln wie Dabigatran erhöhen; Vorsicht bei dieser Kombination.
  • Extrakt: Die Höchstkonzentration von Nifedipin im Blut kann steigen, bei manchen Menschen auf das Doppelte, mit Schwindel und stärkeren Hitzewallungen.
  • Extrakt: Die gleichzeitige Anwendung mit dem HIV-Arzneimittel Efavirenz wird nicht empfohlen, weil dessen Blutspiegel sinken kann.
  • Blattpulver: Ginkgoblätter können die Wirkung von Gerinnungshemmern wie Cumarin-Derivaten verstärken.
Mögliche Nebenwirkungen
  • Extrakt: Blutungen an einzelnen Organen (Auge, Nase, Gehirn, Magen-Darm-Trakt); Häufigkeit nicht bekannt
  • Extrakt: sehr häufig Kopfschmerzen, häufig Schwindel
  • Extrakt: häufig Durchfall, Bauchschmerzen, Übelkeit und Erbrechen
  • Extrakt: Überempfindlichkeitsreaktionen bis zum allergischen Schock sowie allergische Hautreaktionen mit Rötung, Schwellung, Juckreiz und Ausschlag; Häufigkeit nicht bekannt
  • Blattpulver: Magen-Darm-Beschwerden, Kopfschmerzen und allergische Reaktionen; Häufigkeit nicht bekannt
Schwangerschaft und Stillzeit

Der Extrakt darf in der Schwangerschaft nicht angewendet werden, weil er die Funktion der Blutplättchen beeinträchtigen und die Blutungsneigung erhöhen kann. In der Stillzeit wird er nicht empfohlen, weil ein Risiko für den Säugling nicht ausgeschlossen ist. Eine Beeinträchtigung der Fruchtbarkeit durch den Extrakt ist nicht ausgeschlossen. Das Blattpulver wird in Schwangerschaft und Stillzeit nicht empfohlen, weil die Unbedenklichkeit nicht gesichert ist.

Kinder und Jugendliche

Für den Extrakt gibt es bei Kindern und Jugendlichen kein Anwendungsgebiet. Das Blattpulver wird unter 18 Jahren nicht empfohlen.

Quellen

Stand der Recherche: Ärztlich geprüft:

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