Ginkgo biloba L.
- Pflanzenfamilie
- Wegerichgewächse (Plantaginaceae)
- Anwendung
- Zum Einnehmen
- Auch bekannt als
- Indischer Flohsamen, Indische Flohsamenschalen, Ispaghula, Psyllium, Plantago ispaghula Roxb., Plantago afra L., Plantago psyllium L., Plantago indica L., Plantago arenaria Waldst. & Kit.
Foto (Ausschnitt): Krzysztof Ziarnek, Kenraiz,CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons
Anwendungsgebiete
Wofür die Pflanze laut EU-Monographie angewendet wird
Magen & Darm
Zur Behandlung von gewohnheitsmäßiger Verstopfung
Magen & Darm
Wenn ein leichter Stuhlgang mit weichem Stuhl erwünscht ist, zum Beispiel bei schmerzhaftem Stuhlgang nach Operationen am Enddarm oder After, bei Analfissuren (Einrissen der Afterschleimhaut) und bei Hämorrhoiden
Magen & Darm
Wenn eine höhere tägliche Ballaststoffzufuhr ratsam sein kann, zum Beispiel ergänzend bei Reizdarmsyndrom mit vorwiegender Verstopfung oder ergänzend zur Diät bei erhöhtem Cholesterin
Wichtige Inhaltsstoffe
Laut Bewertungsbericht des HMPC
- Schleimstoffe (Polysaccharide), die in der äußersten Schicht der Samenschale sitzen
- Indischer Flohsamen: Schleimstoffe aus einem stark verzweigten, sauren Arabinoxylan
- Abgelöste Samenschalen: vor allem wasserlösliche Ballaststoffe, dieselben Schleimstoffe wie in den ganzen Samen
- Ganze Samen des Indischen Flohsamens: außerdem Eiweiß, fettes Öl, Sterole und der Dreifachzucker Planteose
- Plantago afra und Plantago indica: Schleimstoffe aus Xylose, Galacturonsäure, Arabinose und Rhamnose
Sicherheitshinweise
Vor der Anwendung wichtig zu wissen
- Gegenanzeigen
- Überempfindlichkeit gegen Flohsamen
- Plötzlich veränderte Stuhlgewohnheiten, die länger als 2 Wochen anhalten
- Ungeklärte Blutungen aus dem Enddarm und ausbleibender Stuhlgang nach Einnahme eines Abführmittels
- Krankhafte Verengungen im Magen-Darm-Trakt, Erkrankungen der Speiseröhre und des Mageneingangs, drohender oder bestehender Darmverschluss (Ileus), Darmlähmung oder Megakolon (krankhaft erweiterter Dickdarm)
- Schluckbeschwerden oder Beschwerden im Rachen
- Warnhinweise
- Immer mit ausreichend Flüssigkeit einnehmen und insgesamt genug trinken. Mit zu wenig Flüssigkeit können Quellmittel Rachen und Speiseröhre verlegen und zu Erstickungsanfällen oder Darmverschluss führen. Warnzeichen sind Brustschmerzen, Erbrechen sowie Schluck- oder Atembeschwerden.
- Tagsüber einnehmen, nicht unmittelbar vor dem Schlafengehen.
- Bessert sich die Verstopfung nicht innerhalb von 3 Tagen, einen Arzt oder Apotheker fragen.
- Bei Kotstau mit Bauchschmerzen, Übelkeit oder Erbrechen nicht ohne ärztlichen Rat anwenden, weil diese Beschwerden Zeichen eines Darmverschlusses sein können.
- Treten Bauchschmerzen oder Unregelmäßigkeiten beim Stuhlgang auf, die Einnahme beenden und ärztlichen Rat einholen.
- Die Behandlung geschwächter oder älterer Menschen erfordert ärztliche Aufsicht.
- Die Anwendung zusammen mit Arzneimitteln, die die Darmbewegung hemmen (zum Beispiel Opioide), erfordert wegen der Gefahr eines Darmverschlusses ärztliche Aufsicht.
- Quellmittel sollen vor anderen Abführmitteln eingesetzt werden, wenn eine Ernährungsumstellung nicht ausreicht.
- Die ergänzende Anwendung von Flohsamenschalen zur Diät bei erhöhtem Cholesterin erfordert ärztliche Aufsicht.
- Pulver: Beim Zubereiten kein Pulver einatmen, um einer Allergie vorzubeugen. Wer beruflich regelmäßig mit dem Pulver umgeht, etwa in Pflege und Gesundheitswesen, kann durch Einatmen eine unter Umständen schwere Allergie entwickeln; Menschen mit Neigung zu Allergien (Atopie) sind häufiger betroffen. Bei gefährdeten Personen soll eine mögliche Sensibilisierung ärztlich abgeklärt werden. Bei nachgewiesener Sensibilisierung den Kontakt sofort beenden und künftig meiden.
- Wechselwirkungen
- Die Aufnahme gleichzeitig eingenommener Arzneimittel und Stoffe kann verzögert sein, zum Beispiel von Mineralstoffen, Vitamin B12, Herzglykosiden, Cumarin-Derivaten (Gerinnungshemmern), Carbamazepin und Lithium. Deshalb eine halbe bis eine Stunde Abstand zu anderen Arzneimitteln halten.
- Bei Diabetes erfordert die Einnahme ärztliche Aufsicht, weil die Diabetesbehandlung eventuell angepasst werden muss.
- Bei gleichzeitiger Einnahme von Schilddrüsenhormonen ist ärztliche Aufsicht nötig, weil deren Dosis eventuell angepasst werden muss.
- Mögliche Nebenwirkungen
- Blähungen, die meist im Verlauf der Behandlung nachlassen; Häufigkeit nicht bekannt
- Aufgeblähter Bauch sowie Gefahr von Darm- oder Speiseröhrenverschluss und Kotstau, besonders bei zu wenig Flüssigkeit; Häufigkeit nicht bekannt
- Flohsamen enthalten starke Allergene. Nach Einnahme, Hautkontakt oder bei Pulver auch durch Einatmen sind allergische Reaktionen möglich, etwa Schnupfen, Bindehautentzündung, Verkrampfung der Bronchien und in einzelnen Fällen Anaphylaxie (schwere allergische Allgemeinreaktion), außerdem Hautausschlag oder Juckreiz; Häufigkeit nicht bekannt
- Schwangerschaft und Stillzeit
Die Anwendung kann in Schwangerschaft und Stillzeit erwogen werden, wenn sie nötig ist und eine Ernährungsumstellung nicht ausreicht. Quellmittel sollen dann vor anderen Abführmitteln eingesetzt werden. Eine Wirkung auf die Fruchtbarkeit ist nicht bekannt.
- Kinder und Jugendliche
Unter 6 Jahren wird die Anwendung nicht empfohlen. Flohsamenschalen bei Reizdarm oder erhöhtem Cholesterin werden unter 12 Jahren nicht empfohlen.
Quellen
- Community herbal monograph on Plantago ovata Forssk., semen (EMA/HMPC/304390/2012) (2013)
- Community herbal monograph on Plantago ovata Forssk., seminis tegumentum (EMA/HMPC/199774/2012) (2013)
- Community herbal monograph on Plantago afra L. et Plantago indica L., semen (EMA/HMPC/599747/2012) (2013)
- Assessment report on Plantago ovata Forssk., semen (EMA/HMPC/304360/2012) (2013)
- Assessment report on Plantago ovata Forssk., seminis tegumentum (EMA/HMPC/199775/2012) (2013)
- Assessment report on Plantago afra L. et Plantago indica L., semen (EMA/HMPC/599745/2012) (2013)
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