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Mikronährstoffe & Co

Ernährung und Vitalstoffe

Vitamine, Mineralien, Spurenelemente: woher Vitalstoffe stammen, wann ein Mangel entsteht, wen er besonders trifft — und was von der Versorgungslage in Deutschland zu halten ist.

Vera von Petzinger8 Min. Lesezeit

Das Wichtigste in Kürze

3 Gedanken, die dieser Beitrag begründet.

  • Vitalstoffe wie Vitamine, Mineralien und Spurenelemente stammen vorrangig aus naturbelassenen Lebensmitteln und sollten über die Ernährung gedeckt werden.
  • Ein Mangel entsteht besonders durch einseitige Ernährung, Medikamente und höheres Alter. Studien zeigen bei großen Teilen der Bevölkerung erhebliche Lücken, etwa bei Vitamin D und Folsäure.
  • Bestimmte Gruppen sollten ihre Werte kontrollieren lassen. Nahrungsergänzungsmittel gehören wegen Qualitäts- und Dosierungsfragen kritisch geprüft.

Eine ausgewogene Ernährung, weiß jeder, ist Basis für Gesundheit.

Neben den Makronährstoffen wie Kohlenhydraten, Proteinen und Fetten, benötigt unser Körper auch die sogenannten Vitalstoffe, die für unser Leben wichtig sind:

  • Vitamine
  • Mineralien
  • Spurenelemente
  • Ballaststoffe
  • Sekundäre Pflanzenstoffe
  • Omega-3-Fettsäuren

Woher stammen die Vitalstoffe?

Vitalstoffe stammen aus natürlichen, unveränderten Lebensmitteln, oder aber aus künstlichen Nahrungsergänzungsmitteln. Vorrangig sollten wir unseren Vitalstoffbedarf über die Ernährung decken. Unter Umständen muss jedoch supplementiert werden und dann heißt es gewählte Nahrungsergänzungen streng unter die Lupe zu nehmen.

Wann kann Vitalstoffmangel entstehen?

Einseitige Ernährung ist ein Risikofaktor, aber auch Medikamenteneinnahme und fortgeschrittenes Alter.

Besonders die bei chronischen Erkrankungen angewandten Medikamente wie Diuretika, Protonenpumpenblocker, Antidiabetika und v. w. können gravierende Auswirkungen auf unseren Vitalstoffhaushalt haben. Im Rahmen einer Medikamenten-Therapie muss daher immer auch eine adäquate Ernährungsberatung erfolgen, damit es nicht zu einem Mangel und weiteren Störungen kommt.

Ältere Menschen sind zudem besonders anfällig für einen Vitalstoffmangel. Zum einen sinkt mit dem Alter der Energiebedarf, weshalb sich die aufgenommene Nahrungsmenge vermindert und damit auch die Mikronährstoffmenge, zum anderen bestehen häufig Erkrankungen wie z. B. eine atrophische Gastritis, so dass Vitalstoffe weniger gut resorbiert werden können. Von der Qualität des Essens in Pflegeheimen möchte ich hier gar nicht reden.

Fakt ist jedoch, dass mit steigendem Lebensalter das Risiko für eine Mangelernährung deutlich ansteigt. Kognitive Einschränkungen, Neuropathien und andere Gebrechlichkeiten könnten durch eine adäquate Vitalstoffversorgung beeinflusst oder verhindert werden. In der Praxis werden diese Instrumente immer noch zu wenig genutzt.

Drei Wege zum Vitalstoffmangel: zu wenig im Essen durch einseitige Ernährung oder im höheren Alter, schlecht aufgenommen bei atrophischer Gastritis, Säureblockern, Metformin oder Gallensäurebindern, mehr verloren oder gebraucht bei Entwässerungsmitteln und in der Schwangerschaft, jeweils mit den Vitalstoffen, die dabei knapp werden
Ein Vitalstoff kann auf drei Wegen knapp werden: Es kommt zu wenig hinein, Magen und Darm lassen zu wenig durch, oder der Körper verliert oder braucht mehr. Im Alter treffen oft mehrere Wege zusammen.

Mikronährstoffversorgung in Deutschland

Die DGE (Deutsche Gesellschaft für Ernährung) betont immer wieder, dass es in den Industrienationen keinen Mangel gäbe. Experten urteilen hier ganz anders.

So auch die Nationale Verzehrstudie II der Bundesforschungsanstalt für Ernährung und Lebensmittel. Hier wurde das Essverhalten mehrerer tausend Bundesbürger untersucht. Tatsächlich wiesen große Teile der Bevölkerung einen eklatanten Mangel an verschiedensten Vitalstoffen auf. Selbst die, von der DGE empfohlenen Ernährungsvorgaben, wurden von vielen nicht annähernd erreicht, obwohl diese nach Ansicht vieler Orthomolekularmediziner viel zu niedrig angesetzt sind.

So fanden sich z. B. folgende Ergebnisse:

mehr als 75 % der Bevölkerung sind mit Vitamin D mangelversorgt (andere Quellen sprechen sogar von 90 %)

über 75 % sind mit Folsäure unterversorgt

Vitaminmangel ist an nahezu allen chronischen Erkrankungen beteiligt

Auch heute wissen über 70 % der Bevölkerung nicht wirklich, wie eine gesunde Ernährung aussehen sollte. In eigenen Zahlen gibt die DGE sogar an, dass 86,9 Prozent der Deutschen zu wenig Gemüse verzehrt. Die DGE empfiehlt 400 g Gemüse täglich und auch diese Zahlen sind längst überholt. Dennoch wird seitens der DGE strikt daran festgehalten, dass eine Supplementierung überflüssig sei, anstatt gezielt aufzuklären, wie sinnvoll ergänzt werden könnte.

Zu viele Studien haben den Nutzen von Supplementierung inzwischen erbracht und dennoch werden sie ignoriert.

Wer ist häufig betroffen?

Eine Kontrolle würde sich für folgende Gruppen lohnen:

  • Menschen, die Medikamente einnehmen müssen
  • Menschen, die nicht täglich ihre Lebensmittel frisch zubereiten
  • Menschen, die nur wenig Obst, Gemüse, vollwertige Lebensmittel und Ballaststoffe essen
  • Menschen, die auf Kantinen-Essen oder Fast-Food-Restaurants angewiesen sind
  • Kinder
  • Schwangere und Stillende
  • Menschen mit chronischem Stress
  • Leistungssportler
  • chronisch kranke Menschen
  • Menschen mit schlechter Wundheilung und langsamer Regeneration
  • Menschen, die an Fertilitätsstörungen leiden

Nahrungsergänzungen

Viele Nahrungsergänzungsmittel warten mit minderer Qualität auf. Teils sind Dosierungen zu gering, teils die gewählten Verbindungen suboptimal oder die Bioverfügbarkeit ist gering. Ein weiterer Kritikpunkt sind bedenkliche Zusatzstoffe, die es zu meiden gilt.

Vitalstoff-Werte selbst testen

Viele wichtige Blutwerte können inzwischen von zu Hause aus getestet werden. Hierfür muss man nicht mehr in Wartezimmern Zeit verbringen. Schaue einmal hier und erfahre, welche Tests Du bereits selbst durchführen kannst.

Bei der Interpretation der Ergebnisse lasse Dir evtl. helfen.

Quellen

Quellen zur Grafik „Drei Wege zum Mangel“:

Quiz

Teste dein Wissen

Frage 1 von 3

  1. Welche Stoffe zählen laut Beitrag zu den Vitalstoffen?

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