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Getrocknete Sennesblätter
Heilpflanzen-Lexikon

Senna

Senna alexandrina Mill. (Cassia senna L.; Cassia angustifolia Vahl)

Senna ist ein Hülsenfrüchtler. Verwendet werden die getrockneten Blätter und die getrockneten Früchte. Sie wirken über Hydroxyanthracen-Glykoside.

Pflanzenfamilie
Hülsenfrüchtler (Fabaceae)
Anwendung
Zum Einnehmen
Auch bekannt als
Alexandriner-Senna, Sennesblätter, Sennesfrüchte, Sennae folium, Sennae fructus

Foto (Ausschnitt): LeonaardoG,CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Anwendungsgebiete

Wofür die Pflanze laut EU-Monographie angewendet wird

  • Magen & Darm

    Zur kurzzeitigen Behandlung bei gelegentlicher Verstopfung

    • Zum EinnehmenTee, Kaltauszug, Trockenextrakt oder Tabletten aus Blättern oder Früchten
  • Magen & Darm

    Zur Darmentleerung vor Untersuchungen, die eine Vorbereitung des Darms erfordern (nur Früchte)

    • Zum EinnehmenZubereitung mit festgelegtem Gehalt an Hydroxyanthracen-Derivaten

Wichtige Inhaltsstoffe

Laut Bewertungsbericht des HMPC

  • Hydroxyanthracen-Glykoside, vor allem Sennoside A und B
  • Dianthrone und Anthrone
  • Naphthalin-Glykoside ohne pharmakologische Bedeutung

Sicherheitshinweise

Vor der Anwendung wichtig zu wissen

Gegenanzeigen
  • Überempfindlichkeit gegen Senna.
  • Bei Darmverschluss und Darmverengung, Darmatonie, Blinddarmentzündung, entzündlichen Darmerkrankungen (etwa Morbus Crohn und Colitis ulcerosa), Bauchschmerzen unbekannter Ursache sowie schwerem Wasser- und Elektrolytverlust.
  • In Schwangerschaft und Stillzeit.
  • Bei Kindern unter 12 Jahren.
Warnhinweise
  • Nicht länger als eine Woche anwenden. Eine längere Anwendung kann die Darmfunktion beeinträchtigen und zu einer Abführmittelabhängigkeit führen.
  • Ist täglich ein Abführmittel nötig, die Ursache der Verstopfung ärztlich abklären lassen.
  • Nur anwenden, wenn eine Änderung der Ernährung oder Quellstoffe nicht ausreichen.
  • Vor gleichzeitiger Einnahme von Herzglykosiden, Antiarrhythmika, QT-verlängernden Arzneimitteln, Diuretika, Kortikosteroiden oder Süßholzwurzel ärztlichen Rat einholen.
  • Nicht bei Stuhlimpakation oder unklaren, akuten oder anhaltenden Magen-Darm-Beschwerden anwenden, da diese auf einen Darmverschluss hinweisen können.
  • Bei Menschen mit Inkontinenz Vorlagen häufiger wechseln, um längeren Hautkontakt mit Stuhl zu vermeiden.
  • Bei Nierenerkrankungen auf mögliche Elektrolytstörungen achten.
Wechselwirkungen
  • Kaliummangel durch langfristigen Abführmittelmissbrauch verstärkt die Wirkung von Herzglykosiden und beeinflusst Antiarrhythmika.
  • Die gleichzeitige Anwendung von Diuretika, Kortikosteroiden und Süßholzwurzel kann den Kaliumverlust verstärken.
Mögliche Nebenwirkungen
  • Bauchschmerzen, Krämpfe und dünner Stuhl, besonders bei empfindlichem Darm; bei Überdosierung ebenfalls möglich, dann die Dosis verringern.
  • Bei längerer Anwendung Pigmentierung der Darmschleimhaut (Pseudomelanosis coli), die nach dem Absetzen meist zurückgeht.
  • Bei längerer Anwendung Störungen des Wasser- und Elektrolythaushalts mit Eiweiß und Blut im Urin möglich.
  • Gelbliche bis rotbraune Verfärbung des Urins möglich, ohne klinische Bedeutung.
  • Allergische Reaktionen möglich. Die Häufigkeit ist nicht bekannt.
Schwangerschaft und Stillzeit

In Schwangerschaft und Stillzeit ist die Anwendung kontraindiziert. Im Tierversuch besteht ein genotoxisches Risiko einzelner Anthranoide; Wirkstoffe gehen in geringen Mengen in die Muttermilch über. Auswirkungen auf die Fruchtbarkeit sind nicht bekannt.

Kinder und Jugendliche

Die Anwendung ist unter 12 Jahren kontraindiziert.

Quellen

Stand der Recherche: Ärztlich geprüft:

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Die Informationen ersetzen auf keinen Fall eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte/Therapeuten.
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