Lebensmittel haltbar machen

Um Lebensmittel haltbar zu machen werden verschiedenste Verfahren angewendet. Zu den ältesten Verfahren gehören Trocknung, Salzen, Räuchern und Säuern. Erst seit der Industrialisierung werden Gefrieren und Einkochen genutzt. Heutzutage übernimmt die Lebensmittelindustrie weitestgehend das Haltbarmachen. Hierbei finden spezielle Konservierungsstoffe Anwendung, die zum Erhalt bestimmter Eigenschaften der Lebensmittel eingesetzt werden. Quell- und Feuchthaltemittel sollen die Wasserspeicherkapazität erhöhen, die Farbe wird mittels Antioxidantien erhalten, die Struktur z. B. durch Trenn- oder Stabilisationmittel. Antibiotisch wirkende Zusatzstoffe sollen den Verderb hinauszögern.

Bestrahlung von Lebensmitteln

Eine andere Methode ist die der Bestrahlung. Verwendet werden Gammastrahlungen von radioaktivem Material oder durch Maschinen erzeugte Röntgenstrahlung. So können Kartoffeln, Zwiebeln und Knoblauch z. B. nicht keimen und deutlich länger gelagert werden. Insekten und Maden in Getreide, Nüssen, Trockenobst und Gemüse werden abgetötet und die Reifung von Obst verlangsamt.
Es wird  betont, dass durch die Bestrahlung die Lebensmittel selbst nicht radioaktiv würden.

In Deutschland, Österreich und Luxemburg, dürfen nach der Lebensmittelbestrahlungsvordnung lediglich Kräuter und Gewürze bestrahlt werden. Belgien, Frankreich, Italien, Großbritannien und die Niederlande gehen deutlich großzügiger mit der Lebensmittelbestrahlung um. Bestrahlte Lebensmittel aus diesen Ländern dürfen offiziell in Deutschland nur nach Erteilung einer Ausnahmegenehmigung erfolgen.

Kennzeichnungspflicht

In der gesamten EU müssen bestrahlte Lebensmittel gekennzeichnet werden. Im Zutatenverzeichnis findet sich dann der Hinweis “mit ionisierenden Strahlen behandelt” oder “bestrahlt.

Durch Bestrahlung von Lebensmitteln können krebserregende (cancerogene) Substanzen und freie Radikale entstehen.
Lebensmittelproben ergeben immer wieder, dass auch hier “schwarze Schafe” unterwegs sind und es tauchen Produkte auf, bei denen nicht auf die Bestrahlung hingewiesen wurde oder Lebensmittel, die für solch eine Behandlung in Deutschland nicht zugelassen waren. Die Verbraucherzentrale fordert insbesondere für  Nahrungsergänzungsmittel strengere Kontrollen. Dies dürfte niemanden wundern.

Bio-Ware darf nicht bestrahlt werden

Um also nun auch die “Strahlung” aus unserer deutschen Küche zu verbannen, sollte man auf Bio-Kräuter umsteigen. Die Bestrahlung von Lebensmitteln ist in der ökologischen Lebensmittelwirtschaft nämlich nicht erlaubt.
Das internationale “Radura”-Symbol ist nicht vorgeschrieben.

Es lebe Novel-Food

Das hört sich gar nicht so schlecht an, oder ?
Auch UV-C-Strahlen werden zur Entkeimung eingesetzt. Hier finden sie Anwendung um die Umgebungsluft und Arbeitsoberflächen zu “entkeimen”. Diese Art der UV-Behandlung ist nicht kennzeichnungspflichtig und für alle Lebensmittel zugelassen. Eine direkte Bestrahlung ist nur bei Hartkäse, Trinkwasser und die Oberflächen von Obst- und Gemüseerzeugnissen erlaubt.

UV-C-Strahlen werden durch den Ozonmantel der Erde vollständig absorbiert. UV-B- und -A-Strahlen werden hingegen nur teilweise absorbiert. Technische Verfahren wie Schweißbrennen setzen allerdings ebenfalls UV-C-Strahlen frei. Diese wirken cancerogen (krebsauslösend) durch direkte DNA-Schädigung.

Und der Clou: werden andere Lebensmittel bestrahlt, so müssen diese eine Zulassung als “Novel-Food” erwirken. 2016 begrüßten wir so ein neues Brot auf dem Markt! Es durfte mit der Kennzeichnung “enthält durch UV-Behandlung erzeugtes Vitamin D”.

Kauf doch beim Bauern nebenan (wenn es ihn noch gibt!)

Letztendlich bestimmt der Verbraucher, welches Lebensmittel sich für die Industrie “lohnt”.
Gesünder und nicht teurer ist der Einkauf saisonaler Lebensmittel direkt beim Hersteller unseres Vertrauens. Unser Gemüsestand in Discountern erinnert inzwischen immer mehr an ein Model-Casting. Glatt und genormt, von frischem Aussehen und tadellos soll unser Gemüse und Obst sich – möglichst von gleicher Größe – präsentieren. Was nicht der Norm entspricht, findet im besten Fall den Weg zum Tierfutter. Hier werden Lebensmittel in unvorstellbaren Mengen verschwendet – nur weil sie keinen Idealmaßen entsprechen. Wir sprechen von ca. 11 Millionen Tonnen pro Jahr in Deutschland.

Das Biogemüse entspricht meist nicht den klassischen Schönheitsidealen, dafür bietet es meist mehr Geschmack und verzichtet auf Pestizide.

Vitamingehalt – natürlich in jedem Obst und Gemüse !

Vitamine sind jedoch empfindlich und falsche Zubereitung und Lagerung beeinträchtigen den Vitamingehalt enorm.
Frisches Obst und Gemüse solltet so schnell wie möglich verzehrt werden, da auch die Lagerung bei Raumtemperatur einen Vitaminverlust von ca. 50 % innerhalb von nur 1 bis 2 Tagen verursacht.
Wer also nur einmal pro Woche auf Vorrat einkauft, hat insbesondere an Vitamin C und Folsäure enorme Verluste. Dies gilt insbesondere für Salate, Zucchini, die meisten Obstsorten und Spinat.

Wir sollten uns also fragen, wie lange liegt das Gemüse denn bereits in der Auslage, wenn wir es kaufen?
Sogenanntes Lagergemüse und -obst wie Karotten, Sellerie, Kohlrabi, Äpfel oder Birnen, lassen sich hingegen gut lagern und verlieren deutlich weniger Vitamine. Hier droht dann lediglich noch der Vitaminverlust durch die Zubereitung.

Wer also auf Vorrat – und nicht frisch und saisonal – einkauf, der “fährt besser” mit Tiefkühlkost.

Und was Kräuter und Gewürze angeht: Hier sollte unbedingt auf BIO geachtet werden, um die Bestrahlung zu vermeiden. 

Das könnte Sie auch interessieren: