Ist Kaffee gesund oder ungesund ?

Kaffee enthält Coffein und steigert somit das Stresshormon Adrenalin. Der Herzschlag und Blutdruck steigen.
Wie bei den meisten Dingen auch, gilt es beim Kaffee auf die Dosierung – sprich Menge – zu achten.
Als Genussmittel galt er lange Zeit als nur “ungesund”.

Jeder Mensch entfaltet eine andere Wirkung

Bei den meisten von uns setzt nach 15 bis 30 Minuten eine belebende Wirkung ein. Die Wirkung kann unterschiedlich lang anhalten in Abhängigkeit von der Verstoffwechslung.
Gerade Frauen scheinen länger für die Verstoffwechslung zu benötigen. Bei ihnen wird noch nach 8 Stunden 50 % des aufgenommenen Coffeins gemessen, bei Männern braucht es nur halb so lang.

Zudem tritt bei ständigem Kaffeegenuss ein Gewöhnungseffekt ein.
Während manche Menschen nach Kaffeegenuss nicht schlafen können, reagieren andere auf abendlichen Kaffeegenuss keineswegs mit Schlafproblemen.

Wirkung von Kaffee auf den Blutdruck

Laut der deutschen Herzstiftung ist die Wirkung nur schwach. Der Blutdruck steigt für maximal 30 min um ca. 10 – 20 mmHg an. Dieser Anstieg fällt bei regelmäßigem Kaffeegenuss sogar noch schwächer aus.
Wolfram Delius, Professor und Kardiologe aus München, erlaubt Bluthochdruckpatienten daher den Kaffeegenuss. Zurückhaltung empfiehlt er lediglich bei sehr hohen Blutdruckwerten.
Daher auch bitte nicht den Blutdruck direkt im Anschluss an die Tasse Kaffee messen.

Ist Kaffee ein Flüssigkeitsräuber ?

Nein. Die Annahme, Kaffee entziehe dem Körper Wasser, ist längst widerlegt. Zwar treibt Kaffee den Harndrang an, dies scheint jedoch eher an der Menge der aufgenommenen Flüssigkeit zu liegen.

Hat Kaffee auch positive Effekte ?

Anscheinend sogar einige !
Laut leitender Oberärztin am Herz- und Diabeteszentrum NRW in Baad Oenyhausen, Frau Dr. Young hee Lee-Barkey, senkt Kaffee sogar das Diabetesrisiko. Diese Erkenntnis gelte sowohl für normalen, als auch entkoffeinierten Kaffee.

Führt Kaffee zu einer Übersäuerung ?

Jein. Im Magen selbst kann Kaffee sauer wirken und die Magenschleimhäute reizen. Empfindliche Personen können deshalb über Magenschmerzen nach Kaffeegenuss klagen. Hier könnte bereits die Wahl einer anderen Kaffeesorte das Problem lösen. Je länger der Kaffee geröstet wurde, desto magenverträglicher wird die beliebte Bohne. In Bezug auf den Säure-Basen-Haushalt hat Kaffee hingegen keine übersäuernde Wirkung. Das Gegenteil trifft zu: Kaffee wird leicht basisch verstoffwechselt.

Krebs und Kaffee

Eine im Journal of Clinical Oncology (2015; doi: 10.1200/JCO.2015.61.5062) veröffentlichte Therapiestudie (die aus ganz anderen Gründen durchgeführt wurde) wurde erneut analysiert. Diese sekundäre Analyse zeigte, dass alle Teilnehmer der Studie, die mehr als 4 Tassen Kaffee pro Tag tranken, zu 42 % seltener ein Krebsrezidiv entwickelten oder an Darmkrebs starben. Leider handelte es sich nicht um eine randomisierte Studie, daher kann hierfür auch keine Kausalität beansprucht werden. Fazit war: Kaffeeliebhaber dürfen weiterhin Kaffee trinken, Kaffee-Abstinenzler sollten das Thema mit ihrem Onkologen besprechen.

2016 schloss die offizielle Verlautbarung der internationalen Krebsforschungsagentur (JARC) ein erhöhtes Krebsrisiko durch Kaffee jedoch aus.

Wodurch der positive Effekt bei Darmkrebspatienten genau hervorgerufen wird, ist unklar.

Wo liegt die Wahrheit ?

Wahrscheinlich wieder in der Mitte. Eines ist auf jeden Fall klar: das Kaffeetrinken an sich ist früher zu negativ eingestuft worden.
Halten wir es mit Paracelsus (1493-1541): “Alle Dinge sind Gift, und nichts ist ohne Gift; allein die Dosis macht´s, dass ein Ding kein Gift sei.”

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